Bildungsfahrten

Nachbereitungsseminar im Dezember 2015

Von 21. bis zum 23. Dezember 2015 fand in Bafia die Nachbereitungsphase der Bildungsfahrt statt. Es lag dem Leitungsteam am Herzen, den BildungsfahrtlerInnen die Möglichkeit zu geben, ihren Eindrücken Ausdruck zu geben, das Miterlebte und das Geschehene zu verarbeiten, einzuordnen, zu verstehen und die Zukunft zuverlässiger weiter zu planen.

NBS Bafia

Programmablauf

Am ersten Tag wurde ein Fotorallye nach dem Frühstück geführt. Dieses hat geholfen, die Bildungsfahrt Revue passieren zu lassen und bestimmte Details wachzurufen. Daran schloss sich eine Begrüßungsrunde an, woraufhin Erwartungen gesammelt werden konnten.

Die Cycles of Power.

Nach der Begrüßungsrunde sind wir ins Thema durch die Cycles of Power von Pamela Levin eingestiegen. Nach den Erläuterungen der Gründe, warum wir uns wieder in Bafia befanden, an Hand der Kraft des Seins, sind wir an Kern der Sache gestiegen. Ein klarer Rahmen bezüglich des Umgangs mit Zeit und mit den anderen, der eigenen Leistung in der Gruppe u.a. wurde definiert.

Nach diesen Vereinbarungen fing die tatsächliche Phase der Auswertung der Bildungsfahrt an. Folgende Fragen standen im Mittelpunkt der Reflexion:

  •  Wie schätze ich meinen eigenen Beitrag ein?
  • Was habe ich gut gemacht?
  • Was macht die Gesamterfahrung der Bildungsfahrt nach Bafia für mich besonders
  • Was habe ich außerdem nicht gut gemacht?
  • Was habe ich gelernt?
  • Wobei kann ich das Gelernte anwenden?
  • Wie engagiert bin ich für die Fortsetzung des Projekts?

Die Kameruner äußerten sich über das Gelingen der Bildungsfahrt. Positiv fanden sie die Organisation, die Kohäsion in der Leitung, die perfekte Kombination von Ziel- und Prozessorientierung. Für die TN war die Bildungsfahrt etwas Einmaliges, das in ihrem Leben passiert war und das Einzigartige war voraussagbar: Bildungsfahrt. Die TN konnten das Konzept Bildungsfahrt mit spezifischen Partnerkonzepten vernetzen: Prozess- und Zielorientierung, Projektarbeit, Konfliktmanagement, Kulturbegegnung.

Über die Frage nach der Besonderheit der Lernerfahrung in Bafia kamen wiederholt und betont der gemeinsame Umgang mit Stimmungen in den kamerunischen und deutschen Gruppen, die Zusammen- bzw. die Teamarbeit, das Engagement der Leitung beiderseits, die regelmäßige Rückmeldung, die gegenseitige Bereicherung, sowie die Unterkunft und die Bewirtung.

Die Bildungsfahrt legitimiert ihre Relevanz dadurch, dass sich vieles heute rasend schnell verändert, sowohl im Rahmen der großen Politik als auch im intimsten Kreis des Alltags. Sitten und Anstand verlieren an Bedeutung. Neues gewinnt an Plausibilität. Die Zusammenrührung der Völker ist mehr denn je hochgestiegen. Eine Bildungsfahrtsinitiative kann auf dieser Weise zur Lösung des Phänomens des Brain Drains beitragen, worunter „Entwicklungsländer“ wie Kamerun leiden. Die Bildungsfahrt bietet eine wirksame Lösung zur weltweit zunehmenden Arbeitsmigration in Kamerun. Gut ausgebildete Fachleute braucht auch das Land, um allen Wohlstand zu sichern. Dank diesem Konzept brauchen die Lehrkräfte ihre Heimatregion nicht zu verlassen, mit der Hoffnung, ihre Bildung anderswo für ein besseres Leben einsetzen zu können. Die Bildungsfahrt gleicht dieses Manko aus. Näher betrachtet, birgt die Initiative Chancen, einen internationalen Austausch zwischen Deutschland und Kamerun auf die Beine zu stellen und somit eine faire Kulturbegegnung zu ermöglichen.

In Bafia während der Bildungsfahrt sind die TN nicht nur in Sprachwelten eingetaucht; sie haben darüber hinaus einen wichtigen Weg zur interkulturellen Sensibilität eingeschlagen. Das Üben von zwei Nachbarsprachen als Begegnungssprachen weit in Bafia hat die Kameruner vom Sprachfrust befreit. Die Bildungsfahrt ist jede Mühe wert, summiert das Leitungsteam, denn in dieser Ära der Globalisierung  braucht jedes Land gut ausgebildete Lehrkräfte.

Neben diskriminierungssensiblen Themen und Kommunikationsschwierigkeiten einiger Tandems wurde Unzufriedenheit mit den ständigen Stromausfällen sowie Mückenstichen bereut. Des Weiteren empfanden Kameruner das  Programm der Bildungsfahrt als zu sehr voll, weil es kaum Rückzugs-zeit und- raum gab.

Stand der Kommunikation in den Tandems

Die Kameruner sind in ständigen Kontakt mit ihren PartnerInnen in Hamburg. Durch Sozialnetzwerke wie Facebook oder Wathsapp kommunizieren die Tandemmitglieder. Selbst wenn sie nicht jeden Tag oder jede Woche kommunizieren, versuchen sie zwei bis dreimal im Monat mit ihnen auszutauschen

Projektideen für die Reverse-Komponente in Hamburg

Wenn man heutzutage über modernen und attraktiven Fremdsprachenunterricht spricht, fällt sehr schnell der Begriff „Projektunterricht“ ein, weil er Abwechslung und Innovation verspricht.  Die unterschiedlichen Glücksmomente, die die TN in Bafia erlebt haben, haben Anlass gegeben, sich in die Zukunft zu projizieren. Projekte sind erklärter Teil des Gegenbesuchs und des Überlebens der Initiative, denn es geht darum gemeinsam zu handeln und Verantwortungen wahrzunehmen und zu konkretisieren. Die erste Projektidee ist eine nachhaltige Fort- und Weiterbildung und eine gegenseitige kulturelle Bereicherung durch Schulpartnerschaften.

Verfassung der Bildungsfahrtzeitung

Im Schwerpunktteil der ersten Bildungsfahrt-Ausgabe werden sowohl die TN als auch die Leitung versuchen, das Schwerpunktthema mit einem umfassenden allgemeinen Überblick über das Konzept der Bildungsfahrt darzulegen. Daran schließt sich eine Bestandsaufnahme der Thematik durch Beschreibung der jeweiligen Projekte an, die die Tandems in Bafia initiiert und durchgeführt haben. Das Thema „Bildungsfahrt“ wird dann aus der Perspektive der Partnervereine Educational Network Cameroon (EduNeC) und NetzWirkung e. V. (Hamburg) beleuchtet. Rubriken und Sontiges werden die Zeitschrift abschließen.

Gegenbesuch in Hamburg: Teilnahmenkriterien

Die Deutschlandreise soll nicht als touristische Angelegenheit gelten.  Für die Teilnahme daran wurden einige Kriterien festgelegt, die die JunglehrerInnen in der Vorbereitungszeit verarbeiten sollen. Außerdem müssen die TN an dem monatlichen Treffen mit der Leitung teilnehmen, sei es online oder an einem bestimmten Ort.

Zum Stellenwert der Bildungsfahrt

Die Relevanz der Bildungsfahrt in Bafia kann nicht geleugnet werden. Eine Fortbildung gekoppelt mit einer Austauschbegegnung  ist ohne Zweifel eine zentrale Aufgabe im Berufsleben einer Lehrkraft in der Ära der Globalisierung.  Die Organisation und Teilnahme an der Bildungsfahrt waren mit Professionalisierungsmaßnahmen und positiven Wirkungen für die Teilnehmenden selbst und auch für deren Schülerinnen und Schüler verbunden. Die TN hatten die Möglichkeiten echte und authentische Klassensituationen zu sichten. Die Schüler ihrerseits konnten mit Muttersprachlern in konkreten Alltagssituationen austauschen.  Die Lehrkräfte, die daran teilgenommen haben, sind hoch begeistert und stärker motiviert und bereit, Fortbildungsinhalte vertieft zu verarbeiten und sich um einen Transfer in die Unterrichtspraxis zu bemühen. Simplice Ngemkouo führt zurzeit ein Projekt mit seinen Schülern zum Thema Badjoun meine Stadt. Wenn Lehrerinnen und Lehrer erleben, dass sie ihr unterrichtliches Handeln spürbar verändern können und dass sie mit diesen Veränderungen dauerhaft die Lernkultur positiv beeinflussen können, da erreichen sie das höchste Ziel der Lehrtätigkeit. Deshalb lohnt es sich, Bildungsfahrten regelmäßig zu organisieren. Es ist aber zu wünschen, dass beim nächsten Mal diese Initiative in einem Ort organisiert wird, wo die LehrerInnen und SS wohnhaft sind. Dies hat den Vorteil, mit einer Zielgruppe zu arbeiten, die nachher weiter experimentieren kann. Gewisse Störfaktoren, die in der Organisation auftauchen, werden einfach keine Existenz haben.

Bi Bala, on est ensemble

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Bildungsfahrt wartetBildungsfahrt nach Bafia: Hamburg goes Yaoundé

Zu den Zielen dieser Bildungsfahrt
Die Idee ist, die Lehrerausbildung in Yaoundé und in Hamburg durch gemeinsame bildungspolitische Aus- und Fortbildung noch stärker miteinander zu vernetzen, um auf diese Weise interkulturelle Erfahrungen zu ermöglichen, gezielt Schulprojekte zu etablieren und das Entstehen von Schulpartnerschaften zu fördern.

Zur Umsetzung
Diese Bildungsfahrt bietet jeweils zehn Kameruner und zehn Hamburger jungen PädagogInnen die Gelegenheit, gemeinsam an einem Seminar in Bafia zum Thema „Projektunterricht“ teilzunehmen, in den Schulen vor Ort zu hospitieren und eigene Projektplanungen in kamerunisch-deutschen Tandems zu entwickeln, um diese DSCF4089Projekte in den Schulen umzusetzen und abschließend zu reflektieren. Alle KollegInnen werden diese Zeit in einem Kloster verbringen und auch die Freizeitgestaltung gemeinsam planen und durchführen.

Zu den Terminen
Der Anreisetag ist sowohl für die Kameruner als auch für Hamburger KollegInnen am Sonntag, den 18. Oktober in Bafia. An diesem Tag werden wir alle am Nachmittag anreisen, so dass wir uns beim gemeinsamen Abendessen kennen lernen können. Der Abreisetag wird Mittwoch, der 21. Oktober sein. In Absprache mit dem Erziehungsministerium werden alle Kameruner KollegInnen während dieser Teilnahme von ihren regulären schulischen Pflichten freigestellt.

Zur Finanzierung
Die Kameruner KollegInnen zahlen eine Eigenbeteiligung von 10.000 CfA zahlen. Die Kosten für die An- und Abreise, für Unterkunft und Verpflegung sowie für die Seminarmaterialien werden über die Vereine EduNeC und Netzwirkung e.V. finanziert. Für eine Teilnahme ist es erforderlich, dass die Kameruner KollegInnen dem Verein EduNeC beitreten, für die Hamburger KollegInnen ist der Beitritt zum Verein Netzwirkung e.V. erforderlich.

Informationen zum Verein EduNeC entnehmen Sie der Blogseitehttps://educationalnetwork.wordpress.com

Informationen zum Verein NetzWIRkung e.V. finden Sie auf der Homepage des Vereinshttp://netzwirkung.com/ueber-uns/

Zum Bewerbungsverfahren
Wir bitten Sie, uns anhand der beiliegenden Vorlage eine aussagekräftige Bewerbung zu senden. Beschreiben Sie bitte Ihre eigene Motivation für diese Bildungsfahrt sowie Ihre persönlichen Ideen, wie Sie diese in Ihrer schulischen Tätigkeit nachhaltig verankern können. Bitte senden Sie Ihre Bewerbung per Mail bis zum 27. Mai 2015 an edunec2014@gmail.com.

Nach Sichtung der Bewerbungsunterlagen werden wir Sie dann bis zum 30. Juni 2015darüber informieren, ob Sie an der Bildungsfahrt teilnehmen werden.

An der Bildungsfahrt können insgesamt zehn Kameruner LehrerInnen teilnehmen.

Partner: MINESEC, Goethe Institut, Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg, Verein Netzwikung
Wir freuen uns auf Ihre Bewerbungen!

Bildungsfahrt Oktober 2015. Steckbrief-Vorlage(1)

Die Projektleitung